Die Altersrenten im neuen Rentensystem

Das neue Altersrentensystem besteht aus drei Säulen.

Kriterien der Untergliederung der Säulen des Altersrentensystems

 

I. Säule 

II. Säule

III. Säule

Status des Systems

 Allgemein zugänglich

Allgemein zugänglich

Ergänzend

Teilnahme am System

Obligatorisch

Obligatorisch

Freiwillig

Gesellschaftspolitisches
Ziel 

Basisleistungsniveau

Basisleistungsniveau

Höheres
Leistungsniveau

Scheme
management

Öffentlichrechtlich

Privat– /
öffentlichrechtlich

Privatrechtlich

Finanzierung
der Leistungen

Aus laufenden
Beiträgen

Kapitaldeckungsverfahren
und aus
laufenden Beiträgen

Kapitaldeckungsverfahren

Die I. Säule wird vom öffentlich-rechtlichen Träger – der ZUS – verwaltet.

Die II Säule setzt sich aus zwei Teilen zusammen: den Offenen Pensionsfonds und den Subkonten bei der ZUS. Die Offenen Pensionsfonds (OFE) werden von privaten Institutionen verwaltet – die allgemeinen Pensionsgesellschaften (PTE). Ende 2014 gab es von ihnen 12 und zusammen haben sie 16,6 Millionen Mitglieder vereint. Der Wert ihrer Aktiva betrug 148,4 Mrd. Zl.

Bis zum 31. Januar 2014 war die Beteiligung an den OFE für Personen, die nach dem 31. Dezember 1968 geboren worden sind, obligatorisch. Seit dem 1. Februar 2014 haben Berufsanfänger die Wahl, ob sie möchten, dass ein Teil ihrer Rentenkassenbeiträge in die OFE fließt oder ob die ganzen Beiträge an die ZUS gehen. Personen, die bereits Mitglied in einem Offenen Rentenfonds waren, konnten im Zeitraum vom 1. April bis zum 31. Juli wählen, ob sie weiterhin im Fonds bleiben wollten.

Die III. Säule wird ähnlich wie die II. Säule durch private Träger gemanagt. Die Zugehörigkeit zu der III. Säule beruht im Vollen und Ganzen auf freiwilliger Basis. Sie soll in der Zukunft höhere Altersrentenleistungen gegen einen zusätzlichen Beitrag sicherstellen.

Im Rahmen dieser Säule wurden insbesondere:

  • betriebliche Alterssicherungspläne (PPE),

  • Individuelle Altersrentenkonten (IKE),

  • Individuelle Alterssicherungskonten (IKZE) angelegt.

Betriebliche Alterssicherungspläne (pracownicze program emerytalne, PPE)

Am 31. Dezember 2014 waren 1064 solche Pläne in Umlauf, an denen etwa 381 Tsd. Personen teilnahmen.

Die maximale Summe an zusätzlichen Beiträgen, die ein Teilnehmer in diesem Alterssicherungsprogramm im Jahr 2015 leisten kann, beziffert sich auf 17 815,50 Zl, also 1484,62 pro Monat (im Vergleich zu 16 857 Zl im Vorjahr).


Individuelles Altersrentenkonto (Indywidualne konto emerytalne, IKE)

Die Individuelle Altersrentenkonten werden von:

  • Versicherungsgesellschaften (12),

  • Investmentsfondsgesellschaften (TFI) verwaltete Investmentsfonds (15),

  • Rechtsträgern, die als Börsenmakler agieren (6),

  • Banken (13),

  • Allgemeinen Pensionsgesellschaften (PTE) verwaltete freiwillige Pensionsfonds angeboten (4).

Im Falle des Individuellen Altersrentenkontos (IKE) gibt es hinsichtlich der Jahresbeitragzahlungen ein Jahreslimit von 11 877 Zl (im Vergleich zu 11 238 Zl im Vorjahr). Der IKE-Sparer ist von der Abgeltungssteuer befreit.

2014 gab es 824 485 IKE-Konten deren Gesamtvolumen 5 Mrd. Zl betrug. Die Anzahl von aktiven IKE-Konten, auf die im Jahr 2014 Zahlungen getätigt worden sind, betrug 264 217, im Gesamtvolumen von 909 Mio. Zl. Eine durchschnittliche Einzahlung auf ein IKE-Konto im Jahr 2014 betrug rund 3,4 Tsd. Zl1.

Das Individuelle Alterssicherungskonto (indywidualne konto zabezpieczenia emerytalnego, IKZE)

Individuelle Alterssicherungskonten werden von:

  • Versicherungsgesellschaften (7),

  • Investmentsfondsgesellschaften (TFI) verwaltete Investmentsfonds (12),

  • Rechtsträgern, die als Börsenmakler agieren (5),

  • Banken (3),

  • Allgemeinen Pensionsgesellschaften (PTE) verwaltete freiwillige Pensionsfonds
    geführt (9).

Seit dem 15. Januar 2014 gilt im Falle des Individuellen Alterssicherungskontos (IKZE) ein fester Betrag als jährliches Sparlimit und er beträgt 2015 die Summe von 4750,80 Zl (im Vergleich zu 4495,20 Zl im Vorjahr) was die bisherige Einzahlungsbeschränkung bis 4% der Beitragsbemessungsgrundlage des Altersrentenbeitrags ersetzt. Das zum Zeitpunkt der Vollendung von 65 Jahren auf dem IKZE-Konto angesammelte Geld unterliegt der Besteuerung.

2014 wurden 528 142 IKZE-Konten geführt, und deren Gesamtwert betrug 295,3 Mio. Zl. Die Anzahl von IKZE-Konten, auf die im Jahr 2014 Zahlungen getätigt wurden, betrug 86 521, und deren Gesamtwert entsprach 201,9 Mio. Zl. Die durchschnittliche Einzahlung auf ein IKZE-Konto betrug 2014 rund 2300 Zl1.

Im Rahmen von IKE und IKZE kann jeder sparen, der das 16. Lebensjahr vollendet.

In dem allgemeinen Altersrentensystem (I. und II. Säule) haben ab dem 1. Januar 2009 auf die Altersrente nach den neuen Regeln Versicherte Anspruch, die nach dem 31. Dezember 1948 geboren wurden, nach Erreichen der Regelaltersgrenze. Gegenwärtig betrifft der Anspruch auf die Altersrente nach den neuen Regeln nur Frauen. An Männer werden die ersten Altersrenten nach den neuen Regeln ab 2014 gezahlt, wenn die nach dem 31. Dezember 1948 geborenen das gesetzliche Renteneintrittsalter vollenden.

Das Erreichen der Regelaltersgrenze ist kein obligatorischer Zeitpunkt eines Ausstiegs aus dem Erwerbsleben.

Die Altersrente nach den neuen Grundsätzen ist an die enge Bindung zwischen der Höhe der Leistung und der Höhe des real bezahlten Beitrags gestützt. Das geltende Recht im Bereich der Altersrenten nach den neuen Grundsätzen beschränkt die Möglichkeit der Frühverrentung, d.h. es sieht keine Privilegien in Hinblick auf die Voraussetzungen für den Erwerb des Altersrentenanspruchs für einzelne Berufsgruppen im Rahmen des allgemeinen Systems der Altersvorsorge mehr vor.

Frauen, die in den Jahren 2009–2014 die Regelaltersgrenze erreichten bzw. erreichen und die dem offenen Fonds (II. Säule) nicht beitraten, bzw. die Überweisung der auf dem Konto bei Offenen Pensionsfonds angesammelten Mittel an den Fiskus als Einnahme der Staatskasse über die ZUS beantragten, und die eine Altersrente, die nach alten Grundsätzen gewährt und berechnet wurde, nicht einmal für einen Monat bezogen, wird eine sog. Mischaltersrente, zum Teil nach den alten und zum Teil aber nach den neuen Regeln berechnet. Demnach wird eine Frau, die im Jahre 2014 die
Regelaltersgrenze erreicht, ihre Leistung zu 20% nach der alten und zu 80% nach der neuen Regelung beziehen.

Darüber hinaus ermöglicht das Gesetz den Versicherten, die nach dem 31. Dezember 1948 geboren wurden, welche die Regelaltersgrenze nicht erreichten, die sog. Teilaltersrente in Anspruch zu nehmen, d.h. beim herabgesetzten Altersrenteneintrittsalter.

In dem neuen System der Altersvorsorge stehen zu:

  • eine Altersrente aus dem Sozialsicherungsfonds (FUS),

  • sowie Frauen zusätzlich eine zeitlich begrenzte Rente aus den Mitteln des FUS-Subkontos.

Die Höhe der neuen Rente aus dem Sozialversicherungsfonds (FUS) für Frauen entspricht dem Äquivalent der nach dem 31. Dezember 1998 indizierten Rentenversicherungsbeiträge sowie der Summe des indizierten Anfangskapital, dividiert durch die durchschnittliche weitere Lebenserwartung der Personen, die in Rente gehen.

Die Zeitrente steht der Frau zu, die ihren Rentenanspruch nach neuen Regeln festgestellt bekam und die ein Guthaben auf dem Unterkonto bei der ZUS angespart hat, das auf den letzten Tag des Monats vor dem Monat, ab dem die Rente gewährt wird, ermittelt wurde und das gleich bzw. höher als das 20-fache des Betrages der Pflegezulage2 ist. Und wenn der Betrag dieses Guthabens niedriger ist, wird das bei der Bemessungsgrundlage der Altersrente aus dem Sozialversicherungsfonds entsprechend den Grundsätzen, die im Gesetz zu Renten aus dem Sozialversicherungsfonds festgelegt sind, mitberücksichtigt.

Die Höhe der Zeitrente aus dem kapitalgedeckten Altersvorsorgevermögen das ist die Summe des gutgeschriebenen Guthaben auf dem Unterkonto bei der ZUS dividiert durch die durchschnittliche weitere Lebenserwartung von Personen in dem mit dem Renteneintrittsalter gleichen Alter (dem Alter, das der Berechnung der Höhe der Altersrente nach neuen Regeln aus dem Sozialversicherungsfonds zugrunde gelegt wurde).

Der Anspruch auf die Zeitrente aus dem kapitalgedeckten Altersvorsorgevermögen erlischt mit dem Vortag des Tages, an dem die Frau die Regelaltersgrenze, die für die Männer ihres Jahrgangs gilt, erreicht hat.

Der Anspruch auf die Zeitrente aus dem kapitalgedeckten Altersvorsorgevermögen erlischt auch im Falle des Ausschöpfens des auf dem Unterkonto beim Sozialversicherungsfonds angesparten Guthabens.

Im Jahr 2014 betrug die durchschnittliche monatliche Anzahl der von ZUS ausgezahlten Zeitrenten aus dem kapitalgedeckten Altersvorsorgevermögen rund 4 700 und die durchschnittliche Höhe dieser Leistung betrug 103,36 Zl.

Die Höhe der neuen Rente aus dem Sozialversicherungsfonds (FUS) für Männer entspricht dem Äquivalent der nach dem 31. Dezember 1998 indizierten Rentenversicherungsbeiträge, der Summe des indizierten Anfangskapital sowie der angesammelten Mittel des Subkontos, dividiert durch die durchschnittliche weitere Lebenserwartung der Personen, die in Rente gehen.

Die Altersrente wird bis zum Betrag der Mindestleistung erhöht, soweit der/die versicherte:

  • Mann die Regelaltersgrenze erreicht hat und beitrags- wie auch beitragsfreie Zeiten von mindestens 25 Jahren nachweisen kann,

  • Frau die Regelaltersgrenze erreicht hat und beitrags- wie auch beitragsfreie Zeiten von mindestens 21 Jahren nachweisen kann (seit dem 1. Januar 2014).

Das Anfangskapital ist eine Abrechnung des Zeitraums der Beitragsabführung bis zum Tag des Inkrafttretens des Gesetzes, d.h. bis zum 1. Januar 1999. Es wird für jeden Versicherten, der nach dem 31. Dezember 1948 geboren wurde und vor 1999 die Beiträge zur Sozialversicherung bezahlt hat, oder wenn diese Beiträge für den Versicherten von dem Beitragszahler bezahlt wurden, festgestellt. Jede dieser Personen bekommt eine hypothetische Altersrente ermittelt, die sie am 1. Januar 1999 erhalten hätte.

Die Höhe der hypothetischen Altersrente wird gemäß den alten Regeln berechnet, die in dem Teil hinsichtlich der Berechnung des sog. sozialen Teils der Altersrente modifiziert wurden. Die Summe der Beträge für den Teil der zurückgelegten Beitragszeiten und für den Teil der beitragsfreien Versicherungszeiten und für den sog. sozialen Teil wird mit der durchschnittlichen Lebenserwartung von Männern und Frauen im Alter von 62 Jahren multipliziert, die 209 Monate beträgt. Der so ermittelte Betrag bildet den Wert des Anfangskapitals auf den 1. Januar 1999.

Dieser wird auf dem Konto des Versicherten erfasst und bis zum Zeitpunkt des Renteneintritts des Versicherten jährlich angepasst. Die Anpassung des Anfangskapitals erfolgt zu denselben Grundsätzen wie die Anpassung der Beiträge in der Altersrentenversicherung.

Manche Berufsgruppen können ihren Anspruch auf die neue Altersrente früher als das gesetzliche Renteneintrittsalter vorsieht, geltend machen. Das sind u.a. Arbeitnehmer, die unter besonderen Bedingungen ihrer Beschäftigung nachgehen und die, die erforderliche allgemeine Beschäftigungszeit, wie auch die Beschäftigungszeit unter besonderen Bedingungen am 1. Januar 1999 bereits erreicht hatten sowie einem Offenen Pensionsfonds nicht beigetreten sind (und wenn doch, dann stellten sie – mit der Vermittlung der ZUS – einen Antrag auf die Überweisung des Guthabens auf ihr Konto beim Pensionsfonds an den Fiskus als Einnahme des Fiskus).

 

1 Finanzaufsichtsbehörde, Zahlen betr. den IKE-Markt für 2014.Seit dem 1. März 2015 beträgt die Summe des 20-fachen Pflegezuschlags 4163,40 Zl (20 × 208,17 Zl).

2 Seit dem 1. März 2015 beträgt die Summe des 20-fachen Pflegezuschlags 4163,40 Zl (20 × 208,17 Zl).

 

(1 EUR = ca 4.32 PLN)